Zwei Fußnoten am Satzende vermeiden

Studierende stellen oft die Frage, wie man korrekt einen Satz zitiert, wenn dafür zwei Quellen verwendet werden. Denkbar ist dies z.B. bei Definitionen: Schließlich sind Begriffe oftmals von mehr als einem Autor terminologisch definiert worden. Will man nun zwei dieser Definitionen in einem Satz vereinen, stellt sich das Problem der mehrfachen Belege. Dieser Beitrag zeigt Ihnen Lösungen auf, damit Sie korrekt aus mehreren Quellen zitieren.

Im Internet sieht man es häufig: Ein Satz, zu dem wissenschaftlich korrekt Belege erstellt werden sollen, hat an seinem Ende zwei oder manchmal sogar drei Fußnotenzeichen. Damit soll dieser Satz nach den zwei oder drei Quellen belegt sein. Für wissenschaftliche Arbeiten ist dies aber keine Lösung, denn die Beziehung zwischen den Quellenbezügen bleibt so unklar: Sind die Belege in Kombination zu verstehen, gibt es Unterschiede zwischen den Quellen, etc.

Doppelfußnoten gibt es nicht

Daher gilt: Nutzen Sie eine Fußnote und damit ein Fußnotenzeichen für den zu belegenden Satz. In der Fußnote können Sie dann die beiden oder ggf. auch mehrere Quellen aufführen und dem Leser zudem mitteilen, wie diese zusammenhängen.

Kompetenz wird definiert als eine Menge von Fähigkeiten, Fertigkeiten und anderen Merkmalen, die eine Person in die Lage versetzt, komplexe Situationen selbstorganisiert und handlungsorientiert zu bewältigen.²

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² Vgl. Krumm/Mertin/Dries, Kompetenzmodelle, 2012, S. 3; vgl. Heyse / Erpenbeck, Kompetenztraining, 2009, S. XI.

In obiger Form sagen Sie dem Leser: Diese Aussagen geht auf zwei Quellen zurück, die beide einen sinngemäßen Anteil am Satz haben. Die erste der genannten Quellen ist die inhaltlich oder historisch maßgeblichere Literaturfundstelle.

Neben der Reihung der Fußnoten mit einem Semikolon, also „Strichpunkt“, gibt es noch folgende Möglichkeiten:

  • i.V.m. eine Abkürzung für „In Verbindung mit“: Damit sagen Sie aus, dass sich der zitierte Sinn nur ergibt, wenn man beide Quellen miteinander kombiniert und gemeinsam liest.
  • auch: Das weist auf eine gleichlautende Erklärung hin, die Ihnen beim Literaturstudium aufgefallen ist.
  • anders: Damit weisen Sie auf eine gegenteilige Meinung hin, die Sie beim Quellenstudium entdeckt haben.
  • sowie Damit signalisieren Sie dem Leser, dass sich zum Beispiel innerhalb eines Werkes zwei Literaturfundstellen zu diesem Thema finden.

Alternativen zum geschilderten Vorgehen

Alternativ können Sie die Aussage auf zwei Sätze aufteilen und zu jedem Satz die entsprechende Quelle angeben. Beispiel:

Kompetenz wird definiert als eine Menge von Fähigkeiten, Fertigkeiten und anderen Merkmalen, die eine Person in die Lage versetzt, komplexe Situationen zu lösen.² Heyse/Erpenbeck nennen als ergänzende Merkmale die Handlungsorientierung sowie die Möglichkeit der Selbstorganisation bei Vorliegen einer Kompetenz.³

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² Vgl. Krumm/Mertin/Dries, Kompetenzmodelle, 2012, S. 3;
³ Vgl. Heyse / Erpenbeck, Kompetenztraining, 2009, S. XI.

Generell sollten Sie darauf achten, Ihren Text so zu schreiben, dass die logische Verbindung zwischen den Fußnoten bereits aus den Formulierungen im Fließtext des Hauptteils Ihrer Arbeit ersichtlich ist.

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