DIN-Norm zitieren

Wie wird die DIN-Norm zitiert? Normen wie DIN, ISO oder EN sind für die Bachelorarbeit oder Master-Thesis oft eine wesentliche Informationsquelle, z.B. wenn das Audit nach DIN 19001 oder ein Qualitätssystem nach DIN EN ISO 9001 in der wissenschaftlichen Arbeit berücksichtigt werden muss. Dieser Beitrag zeigt Ihnen mit Beispielen, wie Sie Normen korrekt zitieren.

Herausgeber bzw. Autor der Norm benennen

Das Wichtigste zum Verständnis vorab: Normen sind keine Gesetze. Normen sind Übereinkünfte der Wirtschaft, mit deren Hilfe die Zusammenarbeit zwischen Organisationen – also auch Unternehmen – vereinfacht werden soll. Somit ist die Normungsorganisation, die für eine konkrete Norm verantwortlich ist, wesentlicher Teil der späteren Quellenangabe in Ihrer Arbeit.

Es gibt verschiedene Normungsorganisationen:

  • DIN: Eine DIN-Norm geht auf das Deutsche Institut für Normung e.V. zurück.
  • EN: Hier handelt es sich um eine Norm mit europaweiter Geltung. Diese wird von einer der drei Stellen CEN (Europäisches Komitee für Normung), CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) oder ETSI (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) in Kraft gesetzt.
  • ISO: Eine Norm mit internationaler Geltung, meist von der International Organisation for Standardisation (IOS) verabschiedet.

Bei den Normungsorganisationen gibt es Arbeitskreise, die mit der Normerstellung und –pflege beauftragt sind. In den Arbeitskreisen sind Menschen tätig, die man genau genommen als Autorinnen und Autoren für die Quelle benennen könnte. Doch stehen die Autoren hinter der Organisation zurück, weshalb die Organisation als Herausgeber zu nennen ist.

Damit kennen wir für eine DIN-Norm schon den Beginn des Eintrags im Quellenverzeichnis:

DIN e.V. (Hrsg.) oder

Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.)

Selbstverständlich können Sie statt „Hrsg.“ auch „Herausgeber“ oder „Hg.“ schreiben, ganz so wie es Ihre wissenschaftliche Betreuung oder der Zitierstandard Ihrer Hochschule vorgibt.

Die Norm selbst genau spezifizieren

Eine Norm, z.B. die DIN 69901 (Projektmanagement – Projektmanagementsysteme) kann ihrerseits aus mehreren Teilen bestehen. Dann wird der Teil hinter der Norm mit einem Bindestrich angegeben.

Da Normen regelmäßig aktualisiert werden, muss auch die Fassung der Norm, mit der Sie arbeiten, aus Ihren Zitaten und der Quellenangabe ersichtlich sein. Dies erreicht man, indem nach der Norm und der eventuellen Nennung des Teils nach einem Doppelpunkt Jahr und Monat angegeben werden.

Beispiel: Sie wollen sich auf die Projektmanagement-Norm 69901 und dort deren ersten Teil, „Grundlagen“, beziehen, da dort Regeln für Projektmanagementsysteme enthalten sind. Die Norm liegt Ihnen in der Fassung vom „Januar 2009“ vor.

Die korrekte Angabe des „Titels“ Ihrer Quelle lautet dann:

DIN 69901-1:2009-01

Fundstelle identifizieren

Für ein vollständiges Zitat, das eine nachvollziehbare Quellenangabe referenziert, muss auch die Fundstelle genannt werden.

Liegt Ihnen die Norm als PDF vor, geben Sie wie bei anderen Druckwerken die Seite an. Lesen Sie den Text online, z.B. in einer HTML-Fassung, geben Sie Fundstelle durch Nennung des Kapitels, ggf. des Unterkapitels sowie des Buchstabens einer Aufzählung an.

Beispiel für den erweiterten Kurzbeleg mit Fußnoten: Ein vollständiger Eintrag im Fußnotenbereich sieht beim erweiterten Kurzbeleg dann aus wie folgt:

Vgl. DIN e.V. (Hrsg.), DIN 69901-1:2009-01, 2009, S. 7.

Oder, bei Nennung des Kapitels:

Vgl. DIN e.V. (Hrsg.), DIN 69901-1:2009-01, 2009, Kap. 4.3.

Eintrag im Quellenverzeichnis

Für das bibliographisch korrekte Quellenverzeichnis benötigen Sie noch eine Information: den Veröffentlichungsort. DIN-Normen werden in Deutschland ausschließlich vom Beuth-Verlag mit Sitz in Berlin publiziert, womit wir nun alle Angaben haben.

Insgesamt ergibt sich damit folgender Aufbau für die Nennung der Beispielquelle im Literatur- und Quellenverzeichnis, wenn der erweiterte Kurzbeleg verwendet wird:

DIN e.V. (Hrsg.) (DIN 69901-1:2009-01, 2009): DIN 69901-1:2009-01, Projektmanagement – Projektmanagementsysteme, Teil 1: Grundlagen, Beuth-Verlag, Berlin, 2009.

Eine Auflage muss nicht angegeben werden, da diese durch die Fassung bzw. das Revisionsdatum bereits ersichtlich ist. Soll zugleich die internationale Geltung (z.B. ISO) erwähnt werden, kann die ISO-Norm in obiges Beispiel eingebaut werden wie der Beuth-Verlag es vorschlägt.

…und bei reinem Kurzbeleg?

Und wie sieht die Zitation aus, wenn Sie den reinen Kurzbeleg verwenden? Falls Sie den reinen Kurzbeleg in Ihrer Arbeit verwenden, können Sie im Fußnotenbereich eine kürzere Darstellung erreichen, indem Sie schreiben:

Beispiel für den reinen Kurzbeleg:

Vgl. DIN 69901-1:2009-01 (2009), S. 7.

Im Quellenverzeichnis lautet der Eintrag dann – nur bei reinem Kurzbeleg(!):

DIN 69901-1:2009-01 (2009): Projektmanagement – Projektmanagementsysteme, Teil 1: Grundlagen, Beuth-Verlag, Berlin, 2009.

Muss die Fassung immer angegeben werden?

Im Quellenverzeichnis muss die Fassung bzw. Revision auf jeden Fall angegeben werden. Im Fußnotenbereich kann in Abstimmung mit der wissenschaftlichen Betreuung darauf verzichtet werden, wenn die Arbeit die Norm z.B. nur am Rande thematisiert und der Fokus der Arbeit auf einem anderen Gebiet liegt. Bei wissenschaftlichen Arbeiten, für die der Umgang mit Normen zentral ist (z.B. aus dem Bereich Qualitätsmanagement) sollte – auch als Ausweis der wissenschaftlich exakten Arbeitsweise – der kleine Extraaufwand der Nennung in jedem Fall in Kauf genommen werden.

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